421,12 Kilometer
Nein! Selbst so eine Entfernung kann keine Freundschaft verhindern, jedenfalls diese hier nicht!
Es war teuer, ansträngend, unbequem und ungemütlich. Diese Schlagwörter beziehen sich wohlgemerkt nur auf die An- und Abreise von Aachen nach Braunschweig. Das Ankommen und Dasein war dagegen leicht, gemütlich, und schön.
Wenn Marcus Wiebusch singt: „Nur 48 Stunden können allen, aber nicht uns genügen.“ So stimmt das auch bei uns, aber es muss genügen und wie sagt eine sehr kluge Frau immer zu mir: „Echte Freundschaften gehen nie zu Ende!“
Stimmt.
Also bis auf dann in Hamburg, oder Minden, oder wo auch immer. Alle Orte leuchten gleich, wenn wir zusammen rocken.

Jetzt haben die mich
Also ich bin ja seit jeher kein Freund von dubiosen Gewinnspielen. 99,9% aller Gewinnspiele sind ja eh nur dafür konzipiert den Konzernen Adressen zu liefern, um dann wieder den Konsumenten mit Werbematerial zu zu müllen.
Alle Werbeflyer und Kataloge landen bei mir kategorisch in den Mülleimer, hin und wieder schicke ich auch dieses Zeug wieder zurück, wenn ein Rücksendeumschlag dabei ist und kicher dann beim zukleben leise vor mich hin, weil ich damit die Gewinnmarge des Konzerns um 55Cents gekürzt habe. Alle üblichen Werbetricks perlten sonst wirkungslos von mir ab.
Aber jetzt haben die mich. Jede Stunde wird dort ein Ipod verlost und ich will einen! Ich habe zwar schon einen, aber wenn es um Technikspielereien geht, setzt bei mir irgendwas aus und ich will das Zeug nur noch besitzen.
Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich damit dem Regenwald schade oder die Pelzzucht damit unterstütze, aber ein schlechtes Gewissen habe ich schon. Seit Tagen greife ich nur noch zu diese total überzuckerte Limo um an diese blöden Codes zu gelangen, die in den Deckeln der Flasche gedruckt sind.
Zum Glück geht diese Aktion nur bis Mitte November, sonst würde ich über kurz oder lang noch an einer schlimmen Diabetes erkranken und das wahrscheinlich sogar noch ohne überhaupt einen Ipod gewonnen zu haben.
Madrid
„Sag mal Grace…“, schallt es aus dem Nachbarzimmer der Agentur in der ich gerade mein Praktikum absolviere, „Hast du Lust auf drei Tage Madrid für omme?“
So oder ähnlich fangen interessante Geschichten an.
„Öh…ja. Türlich! Was muss ich dafür tun?“
„Fast nichts, nur musst du noch deine Freundin überreden. Ich brauch nämlich nen Pärchen für nen Achtminüter.“
„Achtminüter? Porno?“
„Fast…, ist für den WolfDieterRündgens. Servicezeit Reisen.“
Mist, also dort liegt der Hund begraben bei dieser Umsonst-Dreitage-Madrid-Geschichte, denn wer mich ein wenig kennt, der weiß was ich vom Fernsehen halte.
Lasst es mich mal so umschreiben: Wenn spontan alle Fernsehgeräte der Welt explodieren würden und öffentliche Hinrichtungen an Programmchefs von RTL-Sat1-etc. und ihren Schergen vollzogen werden sollten, würde ich drüber nicht gerade traurig sein. Aber da ja diese Reisedoku für den sehr charmanten WDR bestimmt ist, sah ich mich in guter Gesellschaft mit Harald Schmidt, Ranga Yogeshwar und Dittsche.
Natürlich sagten wir zu und uns wurde erklärt was wir vor der Kamera zu tun hatten. Im Grunde genommen lief es darauf hinaus, dass wir einfach nur Madrid angucken und dabei viel Spaß haben sollten.
Und wir hatten viel Spaß, soviel ist schon mal sicher.
Madrid ist schön, sehr schön sogar. Aber die Tapasbars und das dortige Essen gefielen mir persönlich am besten. Zum Glück sind wir keine Vegetarier denn spätestens dort hätten wir alle guten Vorsätze aufgeben müssen. Die Speisekarten sind doch schon sehr fleischlastig.
Doch unsere geplante Unterbringung bei einem Spanier namens Iwan war dann doch nicht so nach unserem Geschmack. Iwan war zwar sehr nett, aber seine Wohnung war leider unbewohnbar. Mich schüttelt es immer noch, wenn ich an das Badezimmer denke. Nur war leider das Übernachten dort ein wichtiger Bestandteil des Drehs und so mussten wir doch wenigstens eine Nacht dort verbringen. Das Kamerateam bekundete zwar ihr Mitleid bei der Verabschiedung, aber in anbetracht dessen, das ihnen eine Nacht in einem Viersternehotel am Stadtrand bevorstand, ließ einen etwas bitteren Geschmack zurück. Trotz ziemlichen Alkoholpegels war die erste Nacht in Madrid nicht gerade erholsam.
Die zweite Nacht verbrachten wir dann doch sehr komfortabel in einem der beiden Doppelzimmer des Filmteams, die extra für uns in das andere Doppelzimmer zogen.
Nur bis auf diese kleine Widrigkeit waren die drei Tage in Madrid doch sehr schön und leider viel zu kurz.
Vielen Dank noch mal an Johanna für die Insidertipps und den sehr netten Abend in der besten Tapasbar Madrids.
Aber ohne den netten Marco(Kamera) und den spendablen Martin(Produktionsleiter) wäre es nie so ein lustiges und nettes Wochenende geworden. Also auch an euch noch mal lieben Dank hierfür.

Bin wieder da…
…und um einige Erfahrungen reicher!
Madrid war gut zu uns, und Iwan auch, aber wir schliefen doch nur einen Abend bei ihm, anstatt den geplanten zwei. Warum? Dazu in den nächsten Tagen näheres.