Das Wochenende und das Über-Ich
Es war schön! Diese Worte beschreiben das hinter mir liegende Wochenende, also wären sie nur dafür gemacht worden.
Nach gefühlten 10 Monaten Kälte und Regen nun die ersten Sonnenstrahlen getankt. Und um diese Wärme gebührend zu zelebrieren wurde der Grill auf die Dachterrasse gestellt und das erste Grillfleisch des Jahres verköstigt. Herrlich.
Diese beiden schwarz anmutenden Fleischstücke untenlinks waren übrigens meine und mein absolutes Lieblingsgrillgut. Bauchfleisch, welches sich jetzt wohl in mein Bachfleisch umgesetzt hat. Schon alleine deswegen muss ich jetzt wieder mit Sport anfangen.

Das Wochenende und das Über-Ich
Man muss sich auch mal unbeliebt machen, so oder ähnlich könnte ich mein zurückliegendes Wochenende beschreiben.
Ich musste nämlich einer sehr lieben Freundin absagen um ein Versprechen woanders einlösen zu können. Sorry noch mal hierfür.
So war ich also mal wieder in Aachen bei ganz lieben Menschen die mir Spaghetti, Bier und ganz viel Liebe gaben. Nachdem die ersten Bierchen meinen Körper sichtlich gelockert hatten, ging es um die Ecke zu einem Konzert von Antitainment. Großartig, wundervoll und sehr spaßig. Kann ich nur weiterempfehlen, was ich auch hiermit tue, also anhören!
Den Rest des Abends wurde die laue Frühlingsluft genossen, wobei ab und zu noch ein Bier dazwischen rutschte, welches auch genossen werden wollte. Wir taten ihm den Gefallen. Ansonsten kann ich mich nur noch an ein Gefühl von ausgelassener Gelassenheit erinnern und das ich mit sehr lieben Freunden einen sehr schönen Abend verbringen durfte. Bitte demnächst noch viel mehr davon und bitte ganz lange noch! Außerdem haben wir mit gemeinsamen Kräften die Eine-Million-Euro-Frage auf meinen iPhone geknackt. Leider konnte ich noch niemanden ermitteln, der uns unseren Gewinn auszahlen möchte. Hümm, naja.
Das Wochenende und das Über-Ich
Seinen Samstagvormittag beim Gastroenterologen zu verbringen, ist nicht gerade die Art von entspannender Wochenendebetätigung, die ganz oben auf meiner Liste für spaßige Wochenendbetätigungen steht. Ich hab gerade mal nachgeguckt, und ich stelle fest, diese Betätigung ist nicht mal unter den Top-Ten und bei genauerem hinsehen stelle ich fest, sie steht gar nicht erst drauf! Und ich glaube das wird vorerst auch nichts werden, denn mein Gastroenterologebesuch vom Samstag trug nicht dazu bei diese Situation zu ändern.
Das liegt zum großen Teil daran, dass ich die Gespräche der Sprechstundenhilfe mit den Patienten am Tresen nicht vergessen kann:
Sprechstundenhilfe: »Das Abführmittel konnten Sie ganz nehmen?«
Patientin: »Ja.«
Sprechstundenhilfe: »Als Sie heute morgen das letzte mal den Darm entleert hatten, wie sah dass dann aus? Form, Farbe, Konsistenz, Geruch?« (Geschmack vielleicht auch noch?)
Das sind Dialoge die dazu wunderbar geeignet, mir die Lust auf ein schönes Frühstück nach der Untersuchung zu verleiden.
Wenigstens gestaltete sich der Abend angenehmer. Schön Tuppen (ein Kartenspiel, wobei es geht um zu ermitteln wer die nächste Runde zahlen muss) spielen und dazu unzählige Herrengedecke. Übrigens Korn hat zur Zeit meine Vorliebe für Jägermeister entthront.
Wenn man ein neues Kartenspiel lernt, kann es übrigens helfen auf doof zu markieren. Man sinkt zwar in dem Ansehen der Spielpartner, aber man kann sich über viel Runden retten und wird unterschätzt. Diese Taktik ging für mich jedenfalls gut auf.
Das Wochenende und das Über-Ich
Eine meiner bloggenden Vorbilder (gibts eigentlich keine feminine Version von Vorbilder. Vorbilderinnen?) hat mich mit Ihren »Was lernen wir vom Wochenende?« Einträgen inspiriert und zur Nachahmung ermuntert.
Wochenenden sind immer eine Zeitspanne der Reflexion. Eine Zeit zum inne halten und sein Leben zu überdenken, oder eine Zeit zum abschalten und sich zu besaufen. Letzteres kommt häufiger vor und wird bevorzugt behandelt.
Als erstes kann ich mal festhalten, das ich überhaupt nicht mehr im Training bin, was das Biertrinken angeht. So hatten die drei Kölsch am Freitag schon gereicht mir am Samstagmorgen einen derben Kater zu verpassen, welchen ich dem Namen Tigger gab und ihn erst nach Stunden vor die Tür setzen konnte. Tigger machte sich aber nur scheinbar von Dannen, denn am Sonntag lag er wieder auf meinem Kopfkissen und hatte sich vorgenommen, sich nicht wieder so schnell verjagen zu lassen.
Am Samstag Abend ging es dann auf eine Architekten-Flatrate-Party. 15 Euro und frei Saufen. Schöne Ecke Kölns, schöner Partyraum, schöne Gäste, scheiß Party. Die Musik hörte sich eher danach an, als hätte jemand den Samstagsabend-Mix von Radio irgendwas,09FM laufen lassen. Also eine ziemlich egale Musik. Außerdem habe ich fest gestellt, das es ziemlich anstrengend ist zu versuchen seine investierten 15 Euro in kürzester Zeit wieder rein zu holen, indem man Biere nur halb austrinkt um sich dann sofort ein neues zu holen. Ziemlich assiges Verhalten, aber wenigstens ein zeitvertreibendes. Nachdem ich noch nicht mal die zehn Euro Grenze erreicht hatte machte dies dann auch keinen Spaß mehr und ich strich die Segel um mich von der KVB ins Underground schippern zu lassen. Leider fährt die KVB ab 24Uhr nur noch stündlich, was ich im Übrigen ziemlich unmöglich finde und deswegen auch jede Investition in Beförderungsendgeldtickets grundsätzlich ablehne. Als ich dann am Friesenplatz doch tatsächlich 10 Minuten auf die nächste Bahn warten sollte, suchte ich mir eine cremefarbene Schaluppe mit türkischer Besatzung. Die Überfahrt war sehr entspannt, der Seegang mäßig, rote Ampelanlagen auf Verkehrsinseln wurden ignoriert, der Sextant stecken gelassen und der Seebär am Steuer erzählte spannendes Seemansgarn von Knastbrüdern im »offenen«-Vollzug, die sich von Köln in die Nähe von Olpe bringen lassen um den schon heimisch gewordenen Knast einem Kumpel zu zeigen.
Am Underground vor Anker entließ ich den Captain mit einer Handvoll Silberlinge in die Nacht und mich an die Theke.
Fazit: ich muss wieder mehr trinken üben, nie wieder Flatrate-Partys von Architekten und Taxifahrten sind immer wieder lustig.